Jack Ma, Gründer von Alibaba
In einer Ära, die stark auf Work-Life-Balance setzt, sorgte Jack Ma, Gründer von Alibaba und Chinas reichster Mann, für Schlagzeilen. Er plädierte für eine Arbeitskultur mit 12 Stunden täglich und sechs Tagen pro Woche. In seinen eigenen Worten: „In der Lage zu sein, 996 zu arbeiten, ist eine große Glückseligkeit. Wenn Sie bei Alibaba einsteigen wollen, müssen Sie darauf vorbereitet sein, 12 Stunden am Tag zu arbeiten – warum sollten Sie sich sonst überhaupt die Mühe machen?“ Der chinesische Milliardär bezog sich auf die umstrittene „996-Regel“ in China: Sechs Tage die Woche von 9 bis 21 Uhr. Bei einem internen Treffen riet er Mitarbeitern ab, die weniger als 12 Stunden leisteten, und betonte, dass Alibaba keinen Platz für eine klassische 8-Stunden-Woche habe.
Als Alibabas offizielles Konto diese Aussage auf Weibo teilte, hagelte es Kritik. Viele Nutzer wiesen auf den Untergang von Startup-Gründern und Tech-Enthusiasten hin, verursacht durch Stress aus endlosen Schichten. Ein Kommentar fasste es treffend zusammen: „Die Chefs machen 9, weil sie für sich selbst arbeiten und ihr Vermögen wächst. Wir arbeiten 996, weil wir ohne Ausgleich ausgebeutet werden.“
Das ist besorgniserregend, da Vorbilder wie Jack Ma oder Steve Jobs junge Menschen inspirieren – oft ohne Bewusstsein für die Risiken extremer Arbeitszeiten. Experten warnen: Übermäßige Arbeitsstunden gefährden geistige, körperliche und emotionale Gesundheit. Die Psychologin Kamna Chhibber, Leiterin des Mental Health Departments bei Fortis Healthcare, erklärt: „Lange Arbeitstage führen zu hohem Stress, schlechter Work-Life-Balance, Burnout-Risiko, Gefühlen der Unzulänglichkeit, gestörten Beziehungen und Konzentrationsproblemen durch Erschöpfung und Schlafmangel – was letztlich die Leistung mindert.“
Studien belegen: Optimale Work-Life-Balance steigert die Produktivität. Schweden testete erfolgreich die 6-Stunden-Woche mit positiven Ergebnissen. In Neuseeland führte ein Trust-Management-Unternehmen eine 4-Tage-Woche für 240 Mitarbeiter ein – Stress sank, Engagement und Leistung stiegen.
Eine UBS-Studie der Schweizer Investmentbank zeigt zudem: Mumbaikars arbeiten fleißigst weltweit mit 3.315 Stunden jährlich, nehmen wenig Urlaub und teilen sich mit Städten wie Hanoi, Mexiko-Stadt, Neu-Delhi und Bogota die Spitze.
Die Frage bleibt: Sollen wir Jack Mas 12-Stunden-Modell folgen und Gesundheit opfern – oder Ländern nacheifern, die ausgewogene Arbeitszeiten für bessere Balance und Leistung fördern?