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Untreue privat – Fehlverhalten beruflich? Studie deckt starke Korrelation auf

Untreue privat – Fehlverhalten beruflich? Studie deckt starke Korrelation aufHaben Sie sich je gefragt, ob das Berufsleben einer Person Rückschlüsse auf ihr Privatleben zulässt? Zeigt eine außereheliche Affäre mangelnde Berufsethik? Oder verstößt jemand, der regelmäßig Bürovorschriften ignoriert, eher gegen soziale Normen? Die Antwort mag subjektiv wirken – doch Wissenschaft liefert klare Erkenntnisse.

Eine aktuelle Studie in der renommierten Zeitschrift *Proceedings of the National Academy of Sciences* (PNAS) belegt eine starke Korrelation zwischen persönlicher Untreue und beruflichem Fehlverhalten. Forscher fanden: Wer den Ehepartner betrügt, begeht mit höherer Wahrscheinlichkeit Verstöße am Arbeitsplatz – von Mitarbeiterbeschwerden über finanzielle Falschangaben bis hin zu Insiderhandel, Ponzi-Systemen und Betrug.

Die Analyse basiert auf Daten von rund 11.325 Nutzern der Untreue-Plattform Ashley Madison aus verschiedenen Branchen: Polizisten, Finanzberater, Führungskräfte, CEOs, CFOs und sogar Wirtschaftskriminelle. Ergebnis: Diese Personen waren mehr als doppelt so häufig in Unternehmensfehlverhalten verwickelt.

Die Psychologin Rachana Awatramani, Expertin für Beziehungs- und Verhaltensdynamiken, kommentiert: „Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der den Partner betrügt, auch beruflich unethisch handelt. Betrug verstößt gegen soziale Normen und offenbart eine Geisteshaltung, die Regeln ignoriert – und diese überträgt sich nahtlos ins Berufsleben.“

Awatramani berichtet von einem Klienten, einem Callcenter-Experten in den Zwanzigern, der zwei Beziehungen parallel führte. „Er suchte Hilfe, weil sein Privatleben chaotisch wurde. Einer der Partner wurde misstrauisch – und er gab zu, dass sein Fehlverhalten auch berufliche Konflikte verursachte.“

Die Studie unterstreicht zudem: Maßnahmen gegen sexuelles Fehlverhalten am Arbeitsplatz könnten Unternehmen ethischer machen. „Persönliches Sexualverhalten korreliert mit beruflichem. Weniger sexuelle Übergriffe fördern eine integrere Unternehmenskultur“, erklärt Studienleiter Samuel Kruger von der University of Texas.

Viele glauben, Privat- und Berufsleben seien strikt getrennt. Doch die Daten deuten auf Übereinstimmungen hin: Der flirtende Kollege mit Büro-Witzen könnte auch privat unzuverlässig sein.

(Mit Eingaben von IANS)