Emotionale Intelligenz – oder EQ – spielt seit Langem eine entscheidende Rolle bei Beförderungen und Einstellungen in großen Unternehmen. Angesichts steigender Kündigungsraten weltweit ist es unerlässlich, diesen EQ auch bei Entlassungen anzuwenden. Unternehmenstrainer und Speaker Swapnil Kamat betont: „Früher kündigten Unternehmen per E-Mail oder Anruf der Personalabteilung, ohne Gründe zu nennen. Das ist unprofessionell, schädigt den Unternehmensruf und belastet das Privatleben des Betroffenen.“ Er freut sich über Fortschritte am indischen Arbeitsmarkt, wo der Umgang mit schlechten Nachrichten empathischer wird.
Dieser Wandel geht auf formelle Prozesse und Schulungen globaler und indischer Konzerne zurück – wenngleich viele KMU und Familienunternehmen in Indien noch hinterherhinken.
So übermitteln Sie schlechte Nachrichten richtig
Ein hochrangiger Vorgesetzter sollte dem Mitarbeiter persönlich die Situation erklären, auf Fragen eingehen und Unterstützung für den Übergang anbieten. Dale Carnegie, Pionier der Menschenkenntnis, riet: „Seien Sie mitfühlend – trennen Sie die Person von der Situation.“ Image- und Pflegeberaterin Zohra Chitalwala ergänzt: Bereiten Sie sich gründlich vor, zeigen Sie Empathie, seien Sie ehrlich und vorbereiten Sie den Betroffenen auf das Gespräch vor.
Die richtige Formulierung zählt
Persönliche Übergabe ermöglicht es, verbale und nonverbale Signale zu lesen und angemessen zu reagieren, erklärt Kamat. Menschen neigen dazu, Jobverluste persönlich zu nehmen. Deshalb ist die Formulierung entscheidend. Chitalwala: „Wichtiger als der Inhalt ist, wie Sie es sagen. Achten Sie auf Mimik und Körpersprache – vermeiden Sie Witze, das wirkt respektlos.“
Wie Kollegen unterstützen können
71 % der von CareerBuilder 2011 befragten Personalchefs schätzen EQ höher als IQ. Unternehmen fördern EQ-Schulungen, inklusive Umgang mit schlechten Nachrichten. Trösten Sie Kollegen, indem Sie die Situation verstehen, Hilfe anbieten, echte Empathie zeigen und Erfolgsgeschichten teilen – ohne ein Opfergefühl zu verstärken.
Tröstende Worte für Empfänger
Bei schlechten Nachrichten Emotionen kontrollieren, klären Sie durch Fragen. „Nehmen Sie es nicht persönlich“, rät Kamat. „Prüfen Sie Verbesserungsmöglichkeiten. Wenn nicht, akzeptieren Sie und gehen Sie weiter.“
Wann E-Mail oder Telefon erlaubt sind
1. Bei dringenden Nachrichten, die sofortiges Handeln erfordern und wenig Emotionen auslösen – z. B. Unfall eines Familienmitglieds oder Projektfehler.
2. E-Mail bei vielen Empfängern wie Teams, aber sorgfältig formuliert. Kündigungen, Gehaltskürzungen oder Führungskräfte-Nachrichten immer persönlich. Privat: Todesfälle, Heiratsablehnungen, chronische Erkrankungen persönlich mitteilen.
"Überschicken Sie schlechte Nachrichten privat und zeitgerecht. Seien Sie direkt, klar und ruhig. Keine ungefragten Ratschläge." — Zohra Chitalwala, Imageberaterin
"Unklare Kündigungen per E-Mail schädigen Ruf und Privatleben." — Swapnil Kamat, Unternehmenstrainer
Vorgehensweise als Überbringer
1. Vorbereiten auf hitzige Reaktionen.
2. Sich der Notwendigkeit bewusst sein.
3. Direkt, aber mitfühlend – nicht beschönigen oder kalt wirken.
4. Privater Ort für Würde und Sicherheit.
5. Nicht verhandeln lassen. Quelle: Psychologie heute
Als Empfänger
1. Ruhig verteidigen, nicht explodieren.
2. Nicht persönlich nehmen; Atemübungen bei Überforderung.
3. Zeit zur Entscheidung erbitten.
4. Plan erstellen.
5. Selbstfürsorge priorisieren.