Geld kann kein Glück kaufen. Dieses alte Sprichwort wird oft zitiert und teilt die Meinungen in der Gesellschaft.
Manche halten emotionale Faktoren für entscheidend, die weit über Finanzen hinausgehen. Andere sehen Geld als Schlüssel zu einem erfüllten Leben.
Was sagt die Wissenschaft? Kann Geld Glück erzeugen? Es ist nuancierter.
Geld beeinflusst das Glück, doch mehr Geld macht nicht automatisch glücklicher.
Eine umfassende Studie mit 1,7 Millionen Teilnehmern aus 164 Ländern prüfte, ob es ein optimales Einkommen für emotionales Wohlbefinden gibt – also einen Punkt, ab dem zusätzliches Geld keinen Effekt mehr hat.
Das Ergebnis: Für tägliches emotionales Wohlbefinden liegt der Sweet Spot bei etwa 60.000 bis 75.000 USD (ca. 84.000 bis 105.000 AUD) Jahreseinkommen. Darüber hinaus kein spürbarer Zuwachs.
Für die Gesamtbewertung des Lebens – inklusive Langfristziele und sozialer Vergleiche – korreliert ein höheres Einkommen von 95.000 USD (132.000 AUD) mit größerer Zufriedenheit.
Diese Werte können je nach Land und Lebenssituation variieren.
Interessanterweise sinkt das Wohlbefinden in manchen Fällen sogar über 95.000 USD hinaus – möglicherweise durch soziale Vergleiche oder ungestillte Oberflächlichkeiten.
Das schließt positive Effekte von Gehaltssprüngen oder Lottogewinnen nicht aus. Es zeigt lediglich: Wer 200.000 USD verdient, ist nicht nennenswert glücklicher als jemand mit 95.000 USD.
Viele meinen, Geld mache glücklich durch materiellen Reichtum. Doch das stimmt so nicht.
Materialisten berichten oft von geringerer Lebenszufriedenheit. Grund: Viele geben Geld aus, um Ängste zu kaschieren, statt innere Konflikte anzugehen.
Sie pflegen weniger tiefe Beziehungen und haben ein schlechteres Selbstbild, da sie emotionale Bedürfnisse mit Dingen statt Menschen erfülllen.
Trotzdem: Geld kann Glück steigern – wenn richtig eingesetzt.
Ausgaben für Erfahrungen statt Besitztümer boosten das Glück. Wir schätzen Erlebnisse höher und sehen sie als bessere Investition.
Erfahrungen stärken soziale Bindungen, besonders wenn geteilt, und provozieren weniger Neid als Statussymbole.
Zusammengefasst: Ja, Geld kann Glück kaufen – bis zu einem Limit und bei kluger Verwendung.
Einkommen wirkt sich positiv aus, aber nur bis ca. 95.000 USD. Niedrigeres Einkommen schließt Glück nicht aus. Wichtigster Tipp: Investieren Sie in Erlebnisse und andere Menschen statt nur in Sachen. Soziale Verbindungen bringen echte Erfüllung, kein Kontostand.
Mary Andreadis ist Expertin für Glück, Selbstfürsorge, Gesundheit und Wohlbefinden. Folgen Sie ihr auf Twitter für mehr Tipps.