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Appell einer erfahrenen Flugbegleiterin: US-Fluggesellschaften müssen Inlandsflüge einstellen

19.573. Im Moment tippen meine Finger auf diesen Tasten – das ist die Zahl der bekannten COVID-19-Infizierten in den USA.

Insgesamt sind 262 Menschen in den USA an diesem neuartigen Coronavirus gestorben.

Bundes- und Landesregierungen fordern Selbstisolation, Quarantäne und Ausgangssperren – in Kalifornien, Florida, Illinois und New York bereits angeordnet.

Trotz geschlossener Grenzen und Warnungen vor unnötigen Reisen machen Billigflüge Inlandsreisen für viele attraktiv, die die Gefährlichkeit der Krankheit unterschätzen.

Die einzige Chance, die Ausbreitung dieses Virus zu verlangsamen, bevor es China, Italien oder Spanien erreicht, ist Prävention. Warum fliegen wir also noch?

Warum setzen Sie als Führungskräfte von Fluggesellschaften über 300.000 Mitarbeiter – Piloten, Flugbegleiter, Gate-Agenten, TSA-Mitarbeiter, Fluglotsen und Bodenpersonal – sowie deren Familien, Passagiere und die gesamte Öffentlichkeit weiter der Gefahr aus?

Das ist kein finanzielles, sondern ein moralisches Problem.



Am 19. März übertraf Italien mit 3.405 Coronatoten China, den Ursprungsort des Ausbruchs.

Allein am Vortag: 5.322 neue Fälle und 427 Todesopfer in Italien.

427 Menschen – in einem Land, an einem Tag, durch ein Virus.

Der Unterschied in den Todesraten resultiert aus den Reaktionen: China sperrte Wuhan am 23. Januar bei noch geringen Fällen. Während die Infektionen dort explodierten, blieb der Rest Chinas weitgehend verschont.



Wir kritisierten China, doch drei Monate später meldete es erstmals null neue lokale Infektionen.

Italien wartete bis zum 10. März mit einer landesweiten Lockdown bei 10.000 Fällen und 463 Toten – nun sterben täglich Hunderte.

Hier in den USA wiederholen wir Italiens Fehler und ignorieren die Konsequenzen.

Als aktive Flugbegleiterin trage ich dazu bei. Und Sie als Airlines auch.

Am 11. März erhielt ich eine E-Mail meines Arbeitgebers mit Sicherheitsmaßnahmen: Extra-Desinfektion, wie bei vielen Branchen üblich – die inzwischen schließen mussten. "Wir sind ein TEAM und meistern diese Herausforderung gemeinsam", hieß es, mit dem Rat, bei Symptomen krankzumelden.

Das hilft wenig: Studien zeigen, dass milde oder symptomfreie Fälle in China die Hauptüberträger waren. Jeffrey Shaman von der Columbia University warnt: "Unentdeckte Fälle setzen weite Teile der Bevölkerung dem Virus aus – heimliche Übertragungen bleiben eine große Herausforderung."

Wir sahen Spring-Breaker feiern, ich erlebte volle Flüge mit potenziellen Trägern. Gestern hustete eine Passagierin ungeniert.

Für uns in der Luftfahrt hat sich nichts geändert.

Wir versammeln uns zu Trainings, sitzen am Gate und fliegen wie gewohnt.

Das Management lobt uns, nutzt uns aus – aus Jobliebe akzeptieren wir es meist. Aber das überschreitet Grenzen.

Inlandsflüge gefährden nicht nur uns, sondern jeden, den wir treffen. Familien mit Kindern leiden besonders, da Schulen schließen, Eltern aber tagelang unterwegs sind.

Wenn wir wirklich ein TEAM sind, würden Flüge eingestellt, wir blieben zu Hause, und Reisen wäre unmöglich – Virusstopp garantiert.

Flughäfen chaotisch: Stornierungen, Festsitzende durch positive Tests bei TSA und Lotsen, leere Flüge für wenige Passagiere.

Flughäfen müssen bald schließen – warum jetzt noch mehr riskieren?

Der Vizepräsident des Chinesischen Roten Kreuzes Sun Shuopeng, der Italien half, forderte: "Jeder Bürger muss mitmachen, Wirtschaft stoppen, Mobilität einschränken."

Beispiellose Zeiten, doch wir lernen aus China und Italien.

Unsere Regierung zögert, aber Airlines können handeln. Menschenleben zählen mehr als Profite.

Bei der Erholung erinnern wir uns: Welche Airlines setzten Mitarbeiter und Öffentlichkeit priorisierten?

Als Nation erholen wir uns. Früher oder später?