DeuAq.com >> Leben >  >> Arbeit

Abgelehnt trotz Top-Interview: Weil ich 'nicht vielfältig genug' war

Die Jobsuche ist eine echte emotionale Achterbahnfahrt – Höhen und Tiefen wechseln sich ab. Frustration, Entmutigung, Aufregung, Zuversicht, Verzweiflung und Stress bestimmen den Alltag.

Manchmal kommt dann dieses eine Vorstellungsgespräch, das alles verändert. Bei mir war es ein Treffen mit dem CEO und dem Managementteam – eines der besten Interviews meines Lebens. Sie zeigten echtes Interesse, lobten meine umfangreiche Erfahrung und Qualifikationen und waren von meinen Fähigkeiten beeindruckt.

Noch nie verließ ich ein Gespräch mit solcher Sicherheit, den Job zu bekommen – vor allem, nachdem mehrmals betont wurde, dass ich unter allen Bewerbern die meiste Erfahrung mitbringe.

Nach drei Tagen geduldigen Wartens kam endlich die Rückmeldung.

Leider lautete sie: Kein Jobangebot, weil 'das Unternehmen Fortschritte mit vielfältigeren Mitarbeitern machen möchte' und ich 'derzeit nicht in diese Kategorie passe'.

Sie gratulierten zu meinen Leistungen und wünschten Erfolg für die Zukunft.



Ich war nicht nur tief enttäuscht – diesen Job wollte ich wirklich und hielt ihn für sicher –, sondern auch wütend. Zwar begrüße ich den Vielfaltsansatz des Unternehmens, doch es schmerzte, dass meine Qualifikationen trotz allem ignoriert wurden. Meine Hautfarbe schien meine Fähigkeiten zu diskreditieren. Das darf nie der Maßstab für Einstellungen sein.

Der Schmerz wurde noch größer durch die Reaktionen meiner Freunde.



Ein Freund warf mir vor, von Privilegien zu sprechen, und nannte meine Gefühle rassistisch: 'Hör auf zu jammern, dass dein weißes Privileg mal nicht greift.' Für mich hatte das nichts mit Privilegien zu tun.

Ich begann, meine Emotionen zu hinterfragen: Sind meine Gedanken rassistisch? Erlebe ich das als einzige Weiße? Ist das ein gesellschaftliches Problem? (Ich lebe in einer multikulturellen Stadt, Vielfalt am Arbeitsplatz ist hier Standard.) Vielleicht schockte es meinen Freund, weil solche Geschichten selten von Weißen kommen.

Trotz aller Selbstzweifel: Jeder hat das Recht, seine Gefühle in solch einer Situation auszudrücken. Emotionen zu teilen ist wertvoll.

Egal ob wegen Ethnie, Geschlecht oder Orientierung: Frustration über eine Absage ist absolut legitim.

Sie dürfen wütend oder enttäuscht sein. Einstellungen sollten auf Fähigkeiten, Erfahrung und Charakter basieren.

Nehmen Sie sich Zeit für die Frustration, dann suchen Sie ein Unternehmen, das Talente und Charakter schätzt – nicht nur das Aussehen.

Skylar Jones ist eine Autorin, die Frauen zu Themen wie Liebeskummer und Beziehungen eine Stimme gibt. Weitere Informationen finden Sie auf ihrem Autorenprofil auf Unwritten.