Feedback fördert persönliches Wachstum und stärkt Beziehungen. Als erfahrene Kommunikations experten teilen wir bewährte Tipps, wie Sie Lob und Kritik angemessen geben.
Feedback als wechselseitige Rückmeldung in Beziehungen
Der Begriff Feedback stammt aus der Kybernetik, der Lehre von Regelungsprozessen, und bedeutet Rückkopplung von Informationen. In zwischenmenschlichen Beziehungen dient es genau dazu: Wir teilen Eindrücke miteinander und klären so Missverständnisse. Dieses wechselseitige Mitteilen verbessert Beziehungen – privat wie beruflich.
Feedback schafft gemeinsame Verständigung. Sie beobachten das Verhalten einer Person und beschreiben es, oft mit emotionaler Reaktion. Wichtig sind Takt, Behutsamkeit und Dosierung. Bei Kritik sollte der Empfänger einen Impuls zur Veränderung spüren – halten Sie sich an bewährte Regeln.
Prinzipien für angemessenes Feedback
Feedback ist essenziell, in manchen Kontexten sogar vorgeschrieben. Besonders konstruktive Kritik zeigt ZukunftsPerspektiven auf und ermöglicht Veränderung – sei es nach einer Präsentation oder zu Partnerverhalten.
Angemessenes Feedback ist:
- eher sofort und situativ als verzögert: Sprechen Sie Themen direkt an, z. B. schmutzige Töpfe beim Mitbewohner gleich nach dem Kochen – auch Lob.
- eher beschreibend als bewertend: Sagen Sie: „Die Töpfe behindern mich beim Kochen.“
- eher verhaltensbezogen als charakterbezogen: Konzentrieren Sie sich auf Handlungen, nicht auf „Faulheit“.
- eher konkret als allgemein: Vermeiden Sie Pauschalen wie „Immer unordentlich“.
- eher ausgewogen mit positiv und negativ: Nutzen Sie die Sandwich-Methode – Lob, Kritik, Lob.
- eher einladend als fordernd: „Es würde mir helfen, wenn die Töpfe abgewaschen wären.“
Die WWW-Regel für effektives Feedback
Integrieren Sie bei Lob oder Kritik drei Elemente für Klarheit:
- Wahrnehmung: Beschreiben Sie konkret, was Sie sehen, hören oder spüren.
- Wirkung: Erklären Sie den Effekt: „Das wirkt auf mich so...“ oder „Das löst bei mir aus...“.
- Wunsch: Formulieren Sie: „Ich wünsche mir...“ oder „Ich würde mich freuen, wenn...“.
Beispiel Kritik: „Ich sehe, dass die Töpfe schmutzig auf dem Herd stehen (Wahrnehmung). Das löst Ärger aus (Wirkung), da ich keinen Kochplatz habe. Ich würde mich freuen, wenn du sie nächstes Mal wegräumst (Wunsch).“
Beispiel Lob: „Ich sehe, du hast die Töpfe weggeräumt. Das freut mich sehr. Ich wünsche mir, dass es so bleibt.“
Feedback richtig annehmen
Auch das Annehmen erfordert Übung. Sehen Sie Feedback als Chance zur Verbesserung. Hören Sie zu, ohne alles umsetzen zu müssen.
Beim Annehmen:
- Hören Sie aufmerksam zu.
- Lassen Sie ausreden.
- Nehmen Sie es zur Kenntnis und verstehen Sie es.
- Vermeiden Sie Rechtfertigung.
- Fragen Sie bei Unklarheiten nach.
- Bedanken Sie sich.