Als Millennials fühlen wir uns gezwungen, Workaholics zu sein, um im Leben voranzukommen.
Schon in der Schule stehen wir unter Druck, Top-Leistungen zu erbringen, um in das Studium unserer Wunschkarriere aufgenommen zu werden. Im Studium büffeln wir für gute Noten, um den Einstieg in den Jobmarkt zu sichern – doch oft lernen wir nur für Tests und behalten den Stoff nicht langfristig.
Trotz eines oder mehrerer Abschlüsse müssen wir mehrere Jobs annehmen, um die hohen Studienkredite abzuzahlen. Wir gelten als „qualifiziert“ für unseren Traumjob, werden aber abgelehnt wegen „mangelnder Praxiserfahrung“.
Mit all unserem Ehrgeiz fühlt es sich unmöglich an, Fuß zu fassen.
Offenbar zwingen Millennials der schrumpfenden Mittelklasse-Jobs dazu, jahrelang in schlecht bezahlten Einstiegsjobs zu verharren – finanziell prekär und ohne Aufstiegschancen.
Wir spüren den gesellschaftlichen Druck, zu einem bestimmten Zeitpunkt „angekommen“ zu sein – Standards, die wir uns nun selbst auferlegen.
Workaholics sein ist oft unsere einzige Option, um Schulden abzuzahlen, Erfahrung zu sammeln und für die Zukunft vorzusorgen.
In den kurzen Karrieren meiner Freunde und mir überfordern Vorgesetzte in höheren Positionen uns mit unangemessenen Ansprüchen. Dennoch werfen sie unserer Generation „Berechtigung“ vor.
Höhergestellte sollten jüngere Talente fördern und inspirieren, statt herabzuwürdigen.
Egal wie engagiert wir arbeiten: Kritik hagelt es. Man übersieht unseren Einsatz oder verachtet ihn sogar.
Die Wirtschaft hat sich seit ihrer Jugend verändert. Viele arbeiteten direkt nach der Schule Vollzeit – ohne Studium und Schulden.
In meinen drei Jahren seit dem College-Abschluss habe ich stets drei Jobs parallel bewältigt, ehrenamtlich mitgearbeitet und Netzwerke gepflegt. Es war erschöpfend, ich fühlte mich oft nicht voll funktionsfähig. Doch es lohnt sich: Ich spare für Erlebnisse, statt nur zu planen.
Millennials wissen: In diesem Wettbewerbsmarkt zählen Herkunft und Position. Doch Burnout droht öfter, als man denkt.
Wir ehren alle, die sich verbessern und sorgen. Warum wird unser Workaholic-Einsatz nicht geschätzt, sondern beschämt?
Wir sind keine Idealbewerber – Technologie und fehlende Erfahrung schaden uns. Doch wir kämpfen weiter, hoffen auf Arbeit, die wir lieben, ohne ständige Perfektion.
Wir sollten nicht so hart schuften müssen, nur um zu überleben und 100 Euro monatlich zu sparen. Doch wir tun es – mit Lächeln bereit für 14-Stunden-Tage.
Und wir werden weitermachen, bis sich etwas ändert.
Brittany Christopoulos ist Autorin, Journalistin und Co-Moderatorin von Fill-in-TV. Sie ist Senior Writer und Head of Trending News für Unwritten. Folgen Sie ihr auf Twitter.