Das Studium an der Hochschule ist anspruchsvoll: Midterms, hohe Ausgaben für Bücher und Essen, durchwachte Nächte mit Hausarbeiten. Manchmal frage ich mich, ob ich aussteigen und trotzdem erfolgreich werden könnte. Doch das Leben funktioniert nicht für jeden so einfach.
Wir können nicht alle mit einer genialen Idee Millionen verdienen. Deshalb sitze ich im Hörsaal, arbeite hart, lerne Gedichtschreiben, Literatur und diskutiere Politik. Mein Hauptfach: Kreatives Schreiben.
Selbst mit einem Abschluss bin ich nicht garantiert erfolgreich. Aber ich gebe nicht auf.
"Du brauchst kein Studium, um Schriftsteller zu werden." "Wer liest schon Gedichte?" "Warum nicht etwas Praktischeres?" Diese Kommentare nerven mich.
Sie müssen mir nicht erklären, dass mein Fach unvernünftig ist. Schreiben und Poesie sind meine Leidenschaft – und das Lernen im Unterricht ebenso.
Anstatt ein "praktisches" Fach zu wählen (das oft illusorisch ist, da viele Absolventen nicht in ihrem Bereich arbeiten), wähle ich, was für mich praktisch ist: Etwas, das ich liebe und das mich begeistert.
Ich freue mich auf die Vorlesungen, kann enthusiastisch darüber sprechen. Zwar werde ich als Autorin nicht über Nacht reich, doch Träume sind erlaubt.
Ich brauche keinen Tesla oder Villen, um glücklich zu sein. Lieber erfüllt nach Hause kommen als reich, aber unglücklich arbeiten.
Vielleicht bin ich naiv. Vielleicht reicht es mir, Gedichte zu schreiben, einen Hauptjob zu haben und zufrieden zu sein.
Schreiben kann ich überall – auch neben einem Bürojob. Ich lebe mein Leben, folge meinen Träumen und bezahle meine Rechnungen.
Ich weiß, dass der Einstieg hart ist: Jobsuche, Finanzen, Künstlerdasein in der Realität. Sie sorgen sich um mich – das verstehe ich.
Ich weiß, dass Sie meinen Abschluss für nutzlos halten. Aber bitte sagen Sie es mir nicht.
Ich habe es von Hunderten gehört, die mich belächelt haben, als ich meinen BFA in Kreativem Schreiben nannte. Ich habe mich damit abgefunden.
Täglich gehe ich mit Freude in den Unterricht, entdecke Leidenschaften. Das zählt für mich.
Nehmen Sie Ihre Spötteleien woanders hin. Ich liebe meinen Abschluss und brauche Ihre Zustimmung nicht.
Emily Bernstein ist Autorin mit Fokus auf psychische Gesundheit, Popkultur, Liebe und Familie. Ihre Arbeiten erschienen u. a. in Nature, The New Yorker, Interview Magazine, Healio und Five O'Clock. Folgen Sie ihr auf Twitter.