Machen arbeitslose Frauen besseren Sex? Oder wollen sie einfach mehr? In meiner eigenen Geschichte hat die Entlassung meine Libido auf ein neues Hoch getrieben.
Der Wunsch nach Intimität begann nicht sofort nach dem Jobverlust. Wie viele ehrgeizige, gut ausgebildete Typ-A-Persönlichkeiten wurde ich zeitlebens gelehrt, dass harte Arbeit und Entschlossenheit zum Erfolg führen. Als arbeitslose Amerikanerin ging ich davon aus, dass dies nur eine vorübergehende Phase sei. Ich würde die Herausforderungen meistern.
Vorher war mein Sexualtrieb normal, doch der Alltagsstress in der Stadt ließ wenig Raum für erotische Impulse. Heute, ohne Business-Hemden und in bequemen Klamotten, rücken diese Impulse in den Vordergrund.
Wenn meine Erfahrung typisch ist, steigert Arbeitslosigkeit die Libido. Kochrezepte münden in leidenschaftlichen Momenten am Küchentisch, Literaturdiskussionen am Bücherregal – selbst Naturdokus werden zum Vorspiel.
Früher widmete ich meinen wachen Geist Karriere und Weiterbildung. Nun erkunde ich Wikipedia-Themen wie Thalassämie, Geologiegeschichte oder den Einfluss von My So-Called Life. Doch als die Arbeitslosigkeit anhielt, wandte ich mich dem zu, was Geld nicht kauft: Liebe.
Haben arbeitslose Männer Angst vor Dates? Gibt es einen besseren Moment, sich auf Partnersuche zu konzentrieren? Meine arbeitende Schwester, Tierärztin, bestätigt: Dating frisst Zeit. Arbeitslosigkeit schafft Raum für lange Dates, Flirts und Profile-Stöbern – und ebenso für ausgiebige Intimität in allen Variationen.
Mein berufstätiges Ich lehnte Sex oft ab: wegen Chefängsten, Laufmaschen in der Strumpfhose oder Blackberry-Abhängigkeit. Ohne Jobstress gibt es keine Termindrucke, schmutzige Laken sorgen oder Schreibtischschmerzen. Das befreit zu mehr und abwechslungsreicherem Sex.
Durch berufliche Skills wie Zielstrebigkeit und Kommunikation entdecke ich ein erfüllteres Liebesleben. Ein einstündiger Orgasmus? Ernst gemeint.
Geschrieben von Isabel Pen für Recessionwire.
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