DeuAq.com >> Leben >  >> Arbeit

Sugar Daddies und Studentinnen: Finanzielle Hilfe fürs Studium im Tausch gegen Nähe?

Elliot, 45 Jahre alt, berufstätig und einsam, sucht eine attraktive junge Studentin, der er finanziell unter die Arme greifen kann. Als Mentor und Gönner möchte er ihr beistehen – im Gegenzug drückt sie ihre Wertschätzung durch intime Gesten aus.

Idealerweise begleitet sie ihn zu einem Dinner, zeigt ihm die von ihm geschenkte Spitzenwäsche und lässt die Beziehung vertiefen. Bei guter Chemie könnte er sogar ihre Studiengebühren übernehmen.

Elliot ist fiktiv, doch auf der Plattform SeekingArrangement sind über zwei Millionen Männer wie er als 'Sugar Daddies' registriert – viele auf der Suche nach studentischen Sugar Babies in finanziellen Nöten. Ein Nutzer namens 'Bigbluewolverine', der als Private-Equity-Manager angibt, 500.000 US-Dollar jährlich zu verdienen, will seinen Wohlstand teilen.

"Wie kommen Studenten bei den hohen Studiengebühren unter?", fragt er. "Ich bin hier, um zu helfen."

Laut Werbematerial von SeekingArrangement machen Frauen 60 % der Bachelor-Absolventen aus und brechen seltener ab, da sie finanziellen Druck besser meistern. Es ist legitim, Hilfe anzunehmen – viele Studentinnen nutzen kreative Wege, um ihren Abschluss zu erreichen.

Brandon Wade, Gründer und CEO von SeekingArrangement, gibt an, dass 44 % der 'Sugar Babies' Studentinnen sind. Sie erhalten im Schnitt 3.000 US-Dollar monatlich. Diese Zahlen sind nicht unabhängig verifiziert.

Seit dem Start 2006 ist die Zahl studentischer Nutzerinnen stark gestiegen, verbunden mit wirtschaftlicher Krise und hohen Gebühren. Mitarbeiter haben an Top-Unis wie Arizona State University (über 60 % offen für ein solches Arrangement), NYU (63 %) und Columbia (47 %) befragt.

NYU rangiert Platz 2 auf der 'Top 20 Sugar Baby Schools'-Liste, hinter Georgia State University, mit einem Nutzeranstieg von 543 auf 861 seit Jahresbeginn (+61 %).

Wade entkräftet Mythen: Der typische Sugar Daddy ist 39, das Baby 27 Jahre alt – nicht die Klischees von Greisen und Teens. Solche Arrangements gab es schon vor dem Internet, wie Memoiren über 'Stripping durchs College' zeigen. Doch der Reiz liegt in der Naivität junger Frauen, deren Zuneigung käuflich scheint.

Wade gründete die Site aus persönlicher Frustration: Nach MIT-Abschluss fiel er bei Dates durch Aussehen zurück. "Meine Mutter riet: Konzentriere dich auf Erfolg, dann kommen die Frauen", sagt er.

Diese Strategie bekämpft Studentenschulden innovativ, doch viele Frauen könnten sich am Ende wie Trophäen fühlen, nicht wie stolze Absolventinnen.