DeuAq.com >> Leben >  >> Arbeit

Unbezahlte Pflegepraktika: Wie drei Krankenschwestern trotz hoher Kosten über die Runden kamen

Leesa schätzt, dass sie während ihres Studiums mehr als 5.000 $ für Praktika ausgegeben hat.

Studenten müssen für Verpflegung, Transport und Unterkunft selbst aufkommen – besonders bei entlegenen Plätzen. Die Kosten summieren sich schnell.

Die 33-Jährige war während ihres Studiums Mutter eines Vorschulkindes und litt darunter, acht Stunden von zu Hause entfernt ein 10-wöchiges Vollzeitpraktikum zu absolvieren.

Praktika sind essenziell für viele Studiengänge, doch im Unterschied zu bezahlten TAFE-Auszubildenden arbeiten Uni-Studenten wochen- oder monatelang unentgeltlich.

Bei steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen Studenten ohne familiäre Unterstützung ums Überleben.

Wir sprachen mit zwei Pflegeabsolventinnen und einer Studentin über die Auswirkungen ihrer obligatorischen 800 unbezahlten Praktikumstunden und mögliche Verbesserungen des Systems.

Valeria, 30 – Land Dharawal (Wollongong, NSW)

Unbezahlte Pflegepraktika: Wie drei Krankenschwestern trotz hoher Kosten über die Runden kamen

Praktika sind unersetzlich – so habe ich gelernt, Krankenschwester zu sein. Aber wochenlang ohne Einkommen war extrem hart.

Ich habe vieles entbehrt: Keine neuen Kleider, kein Ausgehen, günstigerer Telefontarif, stressige Weihnachtsgeschenke.

Bei Centrelink hieß es: „Nur 20 Dollar alle zwei Wochen.“ Ich habe geweint. Mein Partner verdiene zu viel, sagten sie – als ob wir in den 50ern leben.

Bei einem Praktikum von 7:00 bis 15:00 Uhr stand ich um 5:00 Uhr auf, fuhr eine Stunde nach Sydney, dann Zug zurück und arbeitete von 17:00 bis 23:00 Uhr. Fünf Tage die Woche – erschöpfend.

Man will lernen und performen, doch der Druck zum Überleben lenkt ab: Ich muss Geld verdienen, durchhalten.

Schlaf war ein Kampf, Streit mit dem Partner häufiger, ich war reizbar. In den Praktika habe ich mehr geweint als je zuvor.

Ein Lehrlingsmodell wie bei TAFE wäre ideal: Studium plus bezahlte Arbeit, wenn auch bescheiden – genug zum Leben.

Alina, 23 – Yugambeh Country (Goldküste, Queensland)

Unbezahlte Pflegepraktika: Wie drei Krankenschwestern trotz hoher Kosten über die Runden kamen

Aus Nepal kam ich als internationale Studentin nach Australien, inspiriert von meinen polizeilich tätigen Eltern, die anderen helfen. Pflege bot den gewünschten Wechsel.

Allein hier war es tough. Als Kellnerin sparte ich für hohe Gebühren. Vor Praktika arbeite ich Doppelschichten.

Erstes Praktikum in der Altenpflege nördlich von Brisbane: Drei Stunden pro Strecke, Frühstart um 4:00 Uhr – ich konnte noch nicht fahren.

Zuerst nervös, heute gestärkt: Praktika wenden Theorie an und vertiefen Uni-Wissen.

Neuer Job als studentische Pflegekraft am Uniklinikum macht mich stolz. Ich liebe es, Menschen zu helfen.

Leesa – Gomeroi Country (Moree, NSW)

Unbezahlte Pflegepraktika: Wie drei Krankenschwestern trotz hoher Kosten über die Runden kamen

Nach COVID drängte die Uni auf Nachholpraktika. Von 18 Wochen: Vier lokal, Rest reisen – Armidale (3 Std. Auto), Sydney (6 Wochen), Newcastle (4 Wochen).

Kosten für Unterkunft, Treibstoff, Parken, Flüge – plus mentale Last als Mutter fern vom Kleinkind.

Als diplomierte Schwester arbeitete ich im Krankenhaus, musste aber für ein Last-Minute-Praktikum kündigen – kein Urlaub möglich.

Sparreserven und flexibler Job des Mannes halfen. Ohne supportive Familie, besonders mit Kindern? Unvorstellbar.

Praktika sind unschätzbar wertvoll. Doch warum blockweise vier bis acht Wochen? Besser: Ein Jahr lang zwei Tage/Woche – für Work-Life-Balance und Einkommen.

Heutige Studenten helfen enorm, doch die Erschöpfung durch Placements wird gefährlich.

Zitate wurden aus Gründen der Klarheit und Kürze bearbeitet.