Burnout und chronischer Stress am Arbeitsplatz sind ein ernstzunehmendes Problem – besonders während Lockdowns. Die Pandemiebelastung gepaart mit verschwimmenden Grenzen zwischen Beruf und Privatleben erschwert die Work-Life-Balance enorm. „Diese Reizüberflutung kann zu Angst- und Panikattacken führen. Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Gehirnnebel, soziale Unlust, Angst und Depression sind typische Symptome“, erklärt Psychotherapeutin Mukti Shah. Häusliche Konflikte verstärken den Stress zusätzlich.Infolgedessen führen Unternehmen weltweit Wellness-Tage ein, um die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu stärken und sie produktiv zu halten.
WFH-Burnout bekämpfen
Am 22. Mai gewährte Google-CEO Sundar Pichai seinen Mitarbeitern einen freien Tag gegen Viren und Homeoffice-Burnout. Cisco erklärte diesen Tag ebenfalls zum Feiertag für 75.000 Mitarbeiter – inklusive eines langen Memorial-Day-Wochenendes zum Entspannen und Erholen.
Lange Wochenenden und kürzere Arbeitstage
Bei der indischen Wellness-Organisation Sarva haben Mitarbeiter jeden zweiten Freitag frei für ein verlängertes Wochenende. „Seit dem Lockdown evaluieren wir unsere Prozesse und holen Feedback ein, um die Woche produktiver zu gestalten“, sagt Gründer Sarvesh Shashi.
PepsiCo India gewährte am 1. Oktober Urlaub für ein langes Wochenende. „Die Pandemie hat uns agiler gemacht, war aber eine Herausforderung. Neben 'Ich-Zeit' ohne Meetings ermöglichen wir Erholung und Familiezeit – als Dank für die harte Arbeit“, erklärt CHRO Pavitra Singh.
Wellness-Tage
Razorpay benannte Krankheitstage in „Wellness-Tage“ um, die nun psychische Gesundheit, Burnout, Menstruationsurlaub und mehr abdecken. „Die Umbenennung beseitigt Stigmata und fördert Pausen im Homeoffice“, betont CEO Harshil Mathur. Mitarbeiter werden ermutigt, ihren Jahresurlaub voll auszuschöpfen.
Gemeinsame Tage
Deloitte Indien führte eine „geteilte Urlaubsbank“ ein: Mitarbeiter spenden Urlaub für Kollegen in medizinischen oder psychischen Notfällen. „So können Betroffene die Bank nutzen, wenn ihr eigener Urlaub aufgebraucht ist“, sagt Chief Talent Officer SV Nathan.
Donnerstags keine Meetings und digitale Etikette
Dream Sports (Dream11, FanCode) führte „No Meeting Thursdays“ ein, um digitale Erschöpfung zu vermeiden, und verlängerte die Mittagspause auf 90 Minuten. Pidilite etablierte „Digitale Etikette“: Strenge Trennung von Arbeits- und Privatzeiten, keine Anrufe oder E-Mails nach Feierabend.
Warum Krankheitsurlaub nicht reicht
„Unternehmen müssen Wellness-Urlaub priorisieren. Wir fördern Pausen, da Urlaubsnutzung 2019–2020 um 55 % sank“, sagt Snigdha Joglekar, HR-Director bei Hellseher.
„Wellness-Tage unterscheiden sich von Krankheitsurlaub: Sie präventiv und signalisieren Wertschätzung, senken Burnout“, ergänzt Mukti Shah.
„Fließende Grenzen und digitale Hürden erschöpfen. Wellness-Tage drücken die Pause-Taste – für Psyche und Körper“, meint Psychologin Sonali Gupta.
73 % der Berufstätigen fühlten sich im April ausgebrannt (vs. 61 % im Februar):
- Keine Trennung Arbeit/Privatleben (27 %)
- Überlastung (20,5 %)
- Jobunsicherheit (19 %)
*The State of Burnout 2020 (USA)
- 59 % nahmen als Telearbeiter weniger Urlaub (Umfrage Juli 2020, 284 US-Arbeitnehmer, Monster App)
So halfen Wellness-Tage:
„Wir halten einen 10-Stunden-Plan, aber bei Überstunden kommt ein extra freier Tag. Produktivität stieg, wir reduzieren auf 4,5 Tage/Woche“, sagt Janhvi Saraf, Content Head Sarva.
„Homeoffice brachte Chaos. Wellness-Tage gaben mir Balance: Wochenende mit Schwester verlängert – Essen, Spiele, Filme!“ – Vignesh Ramani, Senior Manager Digital Marketing, Razorpay.