Die COVID-19-Pandemie zwang zahlreiche Unternehmen, quasi über Nacht auf Homeoffice umzustellen. Viele Teams und Führungskräfte erlebten erstmals die Trennung vom Büro und voneinander.
Die über 8.000 Mitarbeiter von Palo Alto Networks, einem globalen Cybersicherheitsunternehmen, gehörten zu den Betroffenen und wechselten Mitte März vollständig auf Remote-Arbeit. Um den veränderten Bedürfnissen gerecht zu werden, startete das Unternehmen das FLEXWORK-Programm. Diese Initiative gibt Mitarbeitern die Freiheit, Ort und Art ihrer Arbeit selbst zu wählen. „Wir erkennen die Individualität unserer Teams an und bieten mehr Optionen“, erklärt Liane Hornsey, Chief People Officer. „Das erfordert noch mehr Vertrauen von Führungskräften und ein tieferes Verständnis für unterschiedliche Lebensphasen.“
Durch regelmäßige Umfragen, Fokusgruppen und eine dedizierte Task Force ermöglichte FLEXWORK einen reibungslosen Übergang zur Fernarbeit – bei gleichzeitiger Stärkung der Unternehmenskultur und Förderung der Mitarbeiterentwicklung. Der Schlüssel zum Erfolg: Führen mit Empathie. So hat Palo Alto Networks es umgesetzt.
Mitarbeitern eine Stimme geben
Während der Pandemie führte Palo Alto Networks kontinuierliche Umfragen und Fokusgruppen durch, um den Puls der Belegschaft zu fühlen. „Unsere Erkenntnisse zeigten: Mitarbeiter wollen mehr Flexibilität in vielen Bereichen“, berichtet Hornsey. „Deshalb haben wir die alten Normen langfristig durchbrochen.“
Im Mai nahm Regional Managerin Toby Liftee an einer FLEXWORK-Fokusgruppe teil. Über Zoom diskutierten die Teilnehmer Tools für Remote-Teams und die Rolle persönlicher Treffen. „Die Runde war offen und ehrlich“, beschreibt sie. „Viele schätzten Einsparungen bei Pendelzeiten und Kundenterminen. Andere vermissten informelle Gespräche an der Kaffeemaschine oder fühlten sich vor der Kamera unwohl.“
Vor dem Lockdown verbrachte Liftee viel Zeit im Auto. „Mehrere Calls unterwegs waren stressig“, erinnert sie sich. „Heute arbeite ich entspannter zu Hause, konzentriere mich besser und spare Stauzeiten – ich fühle mich produktiver.“
Flexibilität bieten
FLEXWORK basiert auf einem einfachen Prinzip: Mit Vertrauen, klaren Zielen und Meilensteinen gelingt Erfolg individuell. Jeder braucht Raum für Familie, Kinderbetreuung oder Homeoffice-Upgrades. „Unternehmen müssen sich mit ihren Mitarbeitern weiterentwickeln und mehr Wahlfreiheit schaffen“, betont Hornsey.
„Ich bin dankbar für die Möglichkeit, direkt von zu Hause zu arbeiten“, sagt Liftee, die Pausen für Sport, Familie und frische Luft nutzt. „Ich bin produktiver bei Projekten, verbringe mehr Zeit mit Liebsten und sehe Kollegen, die flexibel Orte wechseln – immer erfolgreich.“
Die richtigen Tools und Unterstützung bereitstellen
Mit geschlossenen Büros entfallen Shuttles, Snacks, Catering und Fitnesserstattungen. Palo Alto Networks passt Benefits an: Zu Pandemiebeginn gab es ein 500-USD-Stipendium pro Mitarbeiter für Homeoffice-Upgrades. Liftee investierte in einen höhenverstellbaren Schreibtisch, Monitore und ergonomischen Stuhl: „Mein Setup fühlt sich wie im Büro an.“
Zusätzlich kommt jährlich ein 1.000-USD-Zuschuss, vierteljährlich ausgezahlt – frei verfügbar für Essen, Online-Kurse, Kinderbetreuung, Meditations-Apps oder Home-Workouts. „Wir diktieren nicht, wie es ausgegeben wird – Mitarbeiter bestimmen“, sagt Hornsey.
Manager müssen empathischer, verständnisvoller und flexibler werden, meint Liftee. „Wenn ein Unternehmen hinter Teams und Familien steht, wächst die Nähe und Motivation enorm.“