Die COVID-19-Pandemie hat die Wirtschaft gebremst und viele Menschen mit enormem Stress konfrontiert, insbesondere durch Homeoffice. Frauen tragen hier eine überproportionale Last, da sich ihre Arbeitszeiten durch Beruf und Haushalt stark ausdehnen. Dies führt bei vielen zu schweren psychischen Belastungen.Das Vereinigte Königreich startete eine Kampagne für die 4-Tage-Woche, um Überlastung zu bekämpfen. Laut einem Bericht von Campaign und Think Tank Compass stieg die psychische Belastung bei Beschäftigten im Vergleich zu 2017–2019 um 49 %. Arbeitszeiten haben sich merklich verlängert, Frauen sind besonders betroffen – sie balancieren Job und Kinderbetreuung.
Der Bericht hebt hervor, dass Großbritannien von Burnout geplagt wird. Frauen verlängern ihre Arbeitszeit um 43 % wahrscheinlicher als Männer über die Standardzeit hinaus. Bei Müttern lagen letztes Jahr 86 % mit psychischen Problemen darunter – ein Wert, der dem britischen Durchschnitt entspricht oder ihn übersteigt.
Emma Mamo, Leiterin des Bereichs Wohlbefinden am Arbeitsplatz bei der Wohltätigkeitsorganisation Mind, betont: Mitarbeiter atmen auf, wenn sie später starten oder Aufgaben teilen können. Das fördert Wohlbefinden und Produktivität. „Während wir unser Leben um Covid-19 managen, sollten Arbeitgeber Maßnahmen wie Homeoffice oder flexible Zeiten ergreifen, um den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden“, so Mamo.
Der Bericht warnt zudem vor einer Rezession und Massenarbeitslosigkeit, die eine beispiellose psychische Gesundheitskrise auslösen könnten.
Die britische Regierung hat eine Kommission für Arbeitszeiten im öffentlichen Sektor eingesetzt. Die 4-Tage-Woche-Kampagne zielt darauf ab, den Druck zu mindern, indem vier Arbeitstage pro Woche eingeführt werden – für eine ausgewogenere Verteilung in der gesamten Wirtschaft.
Joe Ryle, Aktivist der Kampagne: „Besorgniserregend, dass Remote-Arbeit zu mehr Stunden führt. Großbritannien braucht dringend die 4-Tage-Woche, um Wirtschaft auszugleichen, psychische Gesundheit zu stärken und Zeit für Liebste zu schaffen.“
Lisa Cameron MP, SNP-Sprecherin für psychische Gesundheit: Der Bericht öffnet Augen. Eine Work-Life-Balance ist essenziell – vorteilhaft für Unternehmen und Arbeitnehmer. „Die 4-Tage-Woche kristallisiert sich als flexibles Modell heraus; Schottland prüft dies in einer Kommission.“