Was ist Paraplanning?
Paraplanning umfasst die administrativen, backofficebezogenen und bürokratischen Aufgaben eines Finanzplaners, die an jüngere Teammitglieder in einer Finanzplanungsgruppe delegiert werden. Als erfahrene Fachkraft in der Finanzbranche wissen wir: Diese Delegation ermöglicht es etablierten Planern, sich voll auf die Kundenbetreuung zu konzentrieren und deren individuelle Anlagebedürfnisse präzise zu ermitteln.
Ähnlich wie ein Rechtsanwaltsfachangestellter in einer Kanzlei unterstützt der Paraplanner durch gründliche Analyse der Kundenbedürfnisse, Recherche und Empfehlung passgenauer Produkte. So entsteht eine effiziente Aufteilung der Arbeit, die auf jahrelanger Praxis in der Branche basiert.
Schlüsselmitnahmen
- Paraplanning übernimmt die Verwaltungs-, Backoffice- und Büroarbeit, die Finanzplaner an Nachwuchskräfte delegieren.
- Dazu gehören das Erstellen von Finanzberichten und Kundenrechnungen – entweder intern oder durch Outsourcing.
- Finanzplaner gewinnen so Zeit für kundennahe Aktivitäten, strategische Planung, Analyse und Neukundengewinnung.
- Paraplanner besitzen typischerweise einen Bachelor-Abschluss in Buchhaltung oder Finanzen und können die FINRA-Zertifizierung als Registered Paraplanner erwerben.
- Erfolgreiche Paraplanner steigen oft zu Finanzplanern auf.
Paraplanning verstehen
Paraplanner – auch Paraplanning-Mitarbeiter genannt – übernehmen die Basisarbeit wie das Erstellen von Plänen und Berichten für Finanzplaner. Große Firmen haben dedizierte Abteilungen dafür eingerichtet. Die hohen Einstellungskosten machen Paraplanner jedoch für kleinere Unternehmen oft unerreichbar.
Sie haben meist nur minimale Kundenkontakte, bereiten aber detaillierte Pläne vor, die Finanzplaner skizzieren. Bei Änderungen in der Kundensituation aktualisieren sie Prognosen mit neuen Daten. Paraplanner protokollieren in Meetings, holen Unterlagen wie Kontoauszüge ein und managen Finanzplanungssoftware sowie Rechnungsstellung.
Im Gegensatz zu Sekretärinnen oder Assistenten ist die Rolle spezialisiert: Sie schafft Finanzplanern mehr Kundenzeit, ohne direkte Investorinteraktion. Viele Paraplanner bauen langfristig Expertise auf, schulen Einsteiger oder spezialisieren sich auf Bereiche wie Nachlassplanung. Andere nutzen sie als Einstieg in höhere Positionen wie Finanzberater.
Paraplanning vs. Finanzplanung
Paraplanning und Finanzplanung unterscheiden sich grundlegend in der Kundennähe. Paraplanner arbeiten im Hintergrund, während Finanzplaner direkt beraten, Anlageziele definieren und Strategien entwickeln. Letztere weisen zudem umfangreichere Qualifikationen auf.
Paraplanning-Qualifikationen
Ein Bachelor-Abschluss in Rechnungswesen oder Finanzen ist Standard. Viele Absolventen starten als Paraplanner, um Erfahrung, Netzwerke und Kompetenzen für den Aufstieg zu sammeln.
Die Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) vergibt die Registered Paraplanner (RP)-Qualifikation nach einem 10-moduligen Kurs und Closed-Book-Prüfung. Ergänzend empfehlenswert: Certified Public Accountant (CPA).
Laut PayScale.com lag das durchschnittliche Jahresgehalt eines Paraplanners im März 2021 bei 46.582 $.
Arten von Paraplannern
Paraplanner gliedern sich in interne und externe (ausgelagerte) Varianten:
Interne Paraplanning
Interne Teams nutzen firmeneigene Expertise, z. B. bei Spezialisten für Kontoauszüge. Vorteil: Hohe Vertrautheit und Datensicherheit. Nachteil: Potenzielle interne Konkurrenz um Beförderungen.
Ausgelagertes Paraplanning
Kleinere Firmen lagern an Drittanbieter aus – ideal für Spitzenlasten oder Wachstum. Nachteil: Weniger Kontrolle, z. B. bei Fristen. Messbare Ziele sichern Rechenschaftspflicht.