Eine Ehe vereint nicht immer nur Liebe, sondern oft auch Eigentum. Unabhängig davon, ob Sie gemeinsame oder getrennte Konten führen, separate Zimmer oder sogar Wohnungen haben – der Staat sieht Sie als Einheit. Sobald Sie heiraten, werden Sie gemeinsam besteuert. Bei einer Trennung teilt der Staat Ihr Vermögen. Eheverträge können das mildern, werden aber nicht immer durchgesetzt und ersetzen nie Kindesunterhaltsgesetze. Viele empfinden Prenups dennoch als geschmacklos: Ehe sollte um Liebe gehen, nicht um Besitz.
Paul und ich sind seit 17 Jahren zusammen, ohne je geheiratet zu haben – und das wollen wir auch nicht ändern. Keine Kinder (außer unserer alten diabetischen Katze Julius), keine arbeitgeberfinanzierte Krankenversicherung, stattdessen steuerliche Nachteile.
Pauls Gründe sind pragmatisch: Verheiratete Paare wirken nicht glücklicher oder engagierter als Unverheiratete. Meine sind ideologisch und emotional geprägt. Als anarchistisch-feministische Denkerin lehne ich ab, dass der Staat meine Beziehungen legitimiert. Solange nicht alle – hetero, schwul, bi oder sonstwie – heiraten können, tu ich es nicht.
Ich romantisieren das Zusammenleben nicht als Dauerorgie der Liebe, noch sehe ich Ehe als starre Falle. Doch sie schafft eine vorgefertigte Verpflichtung, die ich ablehne. Lieber entscheide ich täglich bewusst, bei meinem Partner zu bleiben – ohne Ring oder Scheidungsanwälte als Mahnung.
Hauptgrund meiner Abneigung: Ehe impliziert Eigentum. Früher waren Frauen bewegliches Gut; heute sind die meisten unabhängig (dank Feminismus). Dennoch suggeriert Ehe Besitz: 'Mein Mann, meine Frau'. Das will ich nicht. Auch materiell meide ich eine 'GmbH' für Brautkleider. Bei Scheitern soll kein Staat teilen – unverheiratetes Zusammenleben ist keine Gütergemeinschaft, und so mag ich es. Wie Romantiker am Altar trenne ich Liebe und Geld.
Geld begleitet jede enge Beziehung – zwischen Liebhabern, Eltern und Kindern, Freunden. Beziehungen leben von Berührungen, Erfahrungen, aber auch von Gaben, Krediten, Ausgaben als Zeichen von Zuneigung oder Missbilligung.
Verheiratet oder nicht: Geteiltes Eigentum verschmilzt mit der Zeit, wie das Paar selbst.
Wir lernten uns 1991 kennen. Zunächst zahlte jeder für sich: Autos, Häuser, Hypotheken. Ausgehen teilten wir fifty-fifty. Wir verdienten ähnlich – er als Berater für Politik und Energie in Non-Profits, ich als Autorin und Lektorin. Unsere schwankenden Einkommen und sparsamen Stile passten perfekt.
Mit 39, getrennt in Brooklyn und Vermont, verbrachten wir zunehmend Zeit zusammen. Zuhause arbeitend, sind wir selten getrennt.
Unsere Sachen verschmolzen: Von meinen alten Longdrinkgläsern blieben zwei; wir kauften neue, teilten Kosten via Keksdosen-Bilanz. Heute haben wir sechs – gehören die Grün-Gelben noch mir oder uns?
Bücher, CDs, Geschirr, Bettwäsche, Werkzeuge mischten sich. Seine Elektrizitätsbücher, meine Feminismus-Titel – aber Vogelführer, Kochbücher? Wer zahlte die Lissabon-Tischdecke?
Geschäftsausgaben bündelten sich: Briefumschläge, Handy, DSL. Jeder Kauf erfordert Abwägung: Praktisch? Fair? Vertrauen und Großzügigkeit sind essenziell.
Mein Auto stirbt mit 166.000 Meilen, ich pleite mit 8.000 Dollar Schulden. Paul leiht 5.500 Dollar für einen gebrauchten Honda Civic (ich lege 1.000 zu). Kein Automatismus: Wir diskutierten Schuldgefühle, Rückzahlung. Es stärkte unser Band – kein Ehezwang, sondern freiwilliges Geschenk.
Ein Jahr später kaufe ich eine Wohnung, schreibe Testament: Restvermögen und Wohnung an Paul. Er revanchiert sich: Haus, Land, Geld an mich. Nach sieben Jahren signalisiert das Erwartung auf Langlebigkeit.
Unser 2004er Konsumverzicht-Experiment (nur Nötiges: Essen, Katzeninsulin, Internet) offenbarte viel: Ich meditierte über Konsumkultur, fragte, ob man ohne Kauf ein Leben führen kann.
Keine moralische Überlegenheit: Paul, Non-Shopper aus armen Verhältnissen, stopft Socken. Ich liebe meine Sachen, trotz Minimalismus – und brach ein: Kauft eine grüne Hose impulsiv. Paul: 'Ich übe Impulsivität in Therapie.'
Wir kamen gestärkt heraus: Keine Geldstreits, Gewissheit, mit Wenigem glücklich zu sein.
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Renovierung unseres Vermont-Hauses testete uns: Pauls Eigenheim, seine Arbeit, Verzögerungen. Ich fühlte mich gefangen, zahlte Zimmermann. Nach Streits, Kompromissen: Unser Zuhause, emotional und finanziell verschmolzen.
Freund Mikes Trennung nach 10 Jahren in ihrer Co-op: Er forderte Anteile – sie weigert sich. Ohne Ehe kein automatischer Ausgleich.
Ohne Kinder halten uns gemeinsame Geschichte, Eigentum (Haus als Monument unserer Kämpfe) zusammen. Paul schlägt Gemeinschaftskonto vor – ich sehe Risiken. Finanzielle Fragen bleiben: Gleichheit? Unterstützung?
Geld trägt Kindheitserinnerungen: Identität, Sicherheit, Liebe. Wir knüpfen unseren 'Knoten' enger – reicher oder ärmer.
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von Riverhead Books. Zum Kaufen von One Big Happy Family, klicken Sie hier.
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