Im Februar veröffentlichte John Bowe von YourTango den Artikel „Work vs. Love: A Man’s Case for Putting Work First“ und plädierte dafür, single zu bleiben, bis man beruflich abgesichert ist – egal, wie schmerzhaft das für die Romantik ist.
Als Kollege und erfahrener (männlicher) Schriftsteller widerspreche ich ihm entschieden: Liebe muss Ihre Karriere nicht behindern, sie kann sie sogar vorantreiben. Eine Leserin, BookMama, fragte Bowe: „Was, wenn man mehrere Träume hat – einen liebevollen Partner, Kinder und eine Karriere wie Schreiben?“ Meine Antwort: Verfolgen Sie alle parallel. Hier sind die Gründe, basierend auf meiner Praxis:
1. Beziehungen bremsen Ihre Karriere nicht – Dating tut es
Aus meiner Erfahrung stört Dating ambitionierte Menschen wie Schriftsteller am meisten. Es frisst Zeit: Fernbeziehungen, wöchentliche Dates, ständige Chats und Freundesgespräche – das lenkt massiv ab.
Der Übergang zu einer festen Ein-Person-Beziehung hat meine Konzentration als Autor enorm gesteigert. Jemand, der Sie wirklich liebt, versteht, wenn Projekte Vorrang haben. Ein simples „Das Geld aus diesem Auftrag finanziert unseren nächsten Tango-Kurs, versprochen!“ reicht oft.
2. Zusammenleben und Kreativität gehen besser als Alleinsein
Stellen Sie sich vor: Sie stecken in einem intensiven Projekt fest, sind single und ausgebrannt. Depressionen und Ablenkungen drohen, der Deadline naht. Ein Partner mit Take-away würde Wunder wirken, oder?
Ihr Liebster kann Sie durch kreative Blockaden coachen oder motivieren, Bewerbungen einzureichen. Ja, Sylvia Plath oder Norman Mailer scheiterten, aber nicht am Schreiben selbst. Warum Ihre Karriere bremsen, nur weil Facebook-Fans kommen?
3. Ehe lenkt nicht ab
Bowe meint, Träume müssten für Partnerschaft geopfert werden. Falsch: In unterstützenden Ehen pushen sich Paare gegenseitig. Wer aufgibt, hätte es eh nicht gepackt. Kinder? Ehrgeizige finden Wege zwischen Windeln und Konferenzen.
4. „Reicher oder ärmer“ – Liebe dreht sich nicht um Geld
In kreativen Berufen ist Erfolg rar. Liebe heißt: Zusammen durchhalten, unabhängig vom Bankkonto. Dafür dankbar sein.
5. Haben wir überhaupt eine Wahl?
Bowe verliebte sich erst mit 15 Jahren Single-Dasein. Hätte er priorisiert, wäre es früher passiert? Liebe wartet nicht auf Roman-Fertigstellung. Sie zu ignorieren bis 45? Unrealistisch – Gefühle lassen sich nicht planen.
6. Langfristiger Blick
Kinder erschweren Künstlerkarrieren, klar – besonders ohne Budget für Babysitter. Aber mit 45 erfolgreich und einsam aufwachen nach Jahrzehnten Isolation? Lieber Balance suchen. Und Erfolge teilen.