Die Erkältungs- und Grippesaison ist noch nicht ganz vorüber, doch Tiff hat ihren gesamten Krankenstand bereits aufgebraucht. Als 35-jährige Krankenschwester für psychische Gesundheit aus Victoria mäht sie nun durch ihren Jahresurlaub, um sich um ihre Söhne (ein und vier Jahre alt) zu kümmern. Die Kita-Richtlinien sind seit COVID-19 strenger: Selbst bei leichter laufender Nase dürfen die Kinder nicht hin.
"Es ist super streng. Ich hatte keine Wahl, als sie zu Hause zu behalten", erklärt Tiff.
Nach Auslaufen des Jahresurlaubs ist sie ratlos – und fürchtet Burnout. "Jahresurlaub soll mir Erholung bringen, doch ich komme nicht dazu", sagt sie.
Viele Eltern stecken in derselben Lage: Die Grippesaison plus COVID und RSV ist die schwerste seit Aufzeichnungsbeginn.
Bezahlter Krankenstand: Die Fakten
Vollzeitkräfte (unbefristet oder befristet) haben Anspruch auf mindestens 10 Tage persönlichen Urlaub pro Jahr – anteilig für Teilzeit. Das regeln die National Employment Standards (NES). Unternehmensverträge können mehr bieten, nie weniger.
Persönlicher Urlaub deckt Krankheit und Pflege ab. Arbeitgeber dürfen nicht vorschreiben, wie viele Tage wofür genutzt werden, betont Gabrielle Marchetti, Hauptanwältin bei JobWatch, dem Rechtszentrum für Arbeitsrechte.
Optionen, wenn der Krankenstand aufgebraucht ist
Tiffs Arbeitgeber erlaubt Homeoffice, wenn sie die Kinder betreut. Doch nicht immer machbar – dann muss sie freinehmen. "Glücklicherweise kann ich remote arbeiten, aber ich unterstütze mein Team bei komplexen psychischen Fällen, während ein Kind an meinem Bein hängt und das andere dringend auf die Toilette muss", beschreibt sie. "Ich muss professionell bleiben."
Sie sorgt sich um eigene Krankheit ohne Urlaub. Mögliche Lösungen: Partner Danny mehr Urlaub nutzen, flexible Regelungen aushandeln – oder unbezahlter Urlaub. "Bei einer vierköpfigen Familie mit hohen Kosten ist das keine Option", sagt Tiff.
Frau Marchetti rät: Nutzen Sie Jahresurlaub – Ablehnung nur bei "angemessenen" Gründen möglich. Prüfen Sie Langdiensturlaub (je nach Dienstzeit und Regelung). Sprechen Sie offen mit Vorgesetzten, empfiehlt Libby Sander, Expertin für Organisationsverhalten an der Bond University: "Gute Talente sind rar. Viele Firmen bieten Extraurlaub – sogar für Haustiere. Jetzt ist Flexibilität gefragt."
Auch Eltern-/Betreuerrechte prüfen: Flexible Arbeit (z. B. Homeoffice bei kranken Kindern) oder pandemiebezogene Zahlungen wie die Bundes-Notfallhilfe.
Weitere Rechte, die Sie kennen sollten
Bei unbezahltem Urlaub: Bei nachweisbarer Krankheit geschützt vor Kündigung, wenn Abwesenheit in 12 Monaten <3 Monate insgesamt oder <3 aufeinanderfolgende Monate.
Zweimal jährlich 2 Tage unbezahlter Pflegeurlaub für kranke Familienmitglieder.
Selbst bei Überschreitung: Keine automatische Kündigung. Schutz durch Fair Work Act, Diskriminierungsgesetze, sagt Frau Marchetti.
Dr. Sander warnt vor Stress, Angst und Burnout: "Fokus auf Wohlbefinden ist essenziell. Kranke zur Arbeit zu zwingen schadet allen."
Für Tiff ist die Unvorhersehbarkeit am schlimmsten: "Wie lange halten wir diesen Druck aus? Es ist ein Teufelskreis – tagsüber Arbeit, nachts Übelkeit und Erschöpfung."