Während Frauen hart an Projekten arbeiten, oft Familie und Kinder hintanstellen, erwarten sie bei Bewertungen und Beförderungen keine Diskriminierung. Doch viele werden aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt. In Vorstandssitzungen wird ein smarter Vorschlag von Männern erwartet – kommt er von einer Frau, erregt es Aufsehen. Warum? Haben Frauen nicht dieselbe oder bessere Ausbildung? Dennoch begegnen sie Hürden am Arbeitsplatz. Wir haben Anusha Mahalingam, Leiterin Merchandising bei Hopscotch India, befragt: Welche Herausforderungen meistern Frauen wirklich, und existiert die gläserne Decke?Welche ist die größte Herausforderung für Frauen am Arbeitsplatz?
„Eine zentrale Herausforderung: Frauen werden oft nicht ernst genommen. Kollegen kommentieren: ‚Oh! Das war eine sehr kluge und analytische Frage, die von einer Frau kam.‘ Solche Vorurteile trennen Frauen sofort vom Kollektiv. Glücklicherweise arbeitete ich in Unternehmen, wo Geschlecht keine Rolle spielte. Die größte persönliche Hürde bleibt die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit – typisch für viele Frauen.“
Warum werden Frauen an Arbeitsplätzen oft ungleich behandelt?
„Es herrscht die Annahme, Frauen priorisiere Familie und meide Aufstiegschancen mit Reisen oder unregelmäßigen Zeiten. Manche Chefs zögern, Frauen länger arbeiten zu lassen – aus Sicherheitsgründen. Zudem fürchten Vorgesetzte, bei Mentoring von Frauen in #MeToo-Kontexte zu geraten. Das verschärft die Ungleichheit und wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung.“
Ist die gläserne Decke für Frauen real?
„Frauen arbeiten hart und durchbrechen zunehmend Barrieren. Das wahre Hindernis liegt in der Gesellschaft: Frauen müssen neben dem Job Haushalt stemmen. Männer müssen familiäre Pflichten stärker übernehmen, um das Feld zu ebnen. So gelingt Erfolg in anspruchsvollen Umfeldern.“
Hat sich die Gender Pay Gap verringert?
„Leider nicht signifikant. Gehälter müssen an Rolle, Verantwortung und Kompetenz gekoppelt sein – nicht ans Geschlecht. Das bindet talentierten Frauen und stärkt Fairness in Unternehmen.“