Repräsentatives BildMit steigenden Temperaturen nehmen auch die Fehltage zu: Krankmeldungen oder Urlaube wegen der Sommerferien in Schulen und Kitas. Kein Wunder, dass Pallavi Arora, Leiterin eines 23-köpfigen IT-Teams, mit nur einem Drittel ihrer Mitarbeiter ein wichtiges Projekt abschloss. Viele Kollegen waren krank oder anderweitig unabkömmlich.
"Kürzlich brach eine Kollegin, die mit der U-Bahn zur Arbeit fuhr, im Büro zusammen. Sie litt an Dehydrierung, verschlimmert durch die Hitze und einen Blutdruckabfall", berichtet Pallavi. "Zudem planen viele Familienurlaube, da die Kinder Ferien haben. Die Präsenz im Büro ist spürbar gesunken."
Ist das allein der Hitze und den Ferien geschuldet? Eine Studie der Universität Konstanz gibt tiefergehende Einblicke: "Wenn bestimmte Mitarbeiter häufig fehlen, prüfen Sie die Teamzusammensetzung." Frauen in reinen Männerteams und Ältere in jungen Teams fehlen fast doppelt so oft wie in passenden Teams.

Professor Florian Kunze und Max Reinwald von der Uni Konstanz analysierten das Verhalten von Minderheiten in Teams. Über sieben Jahre beobachteten sie mehr als 800 Teams in einem großen Schweizer Dienstleister, fokussiert auf Geschlecht und Alter neuer Mitglieder. Diese 'Anchoring-Events' prägen langfristig das Teamgefühl.
"Durchschnittliche Mitglieder schwänzen nicht automatisch. In Umfeldern mit Vorurteilen gegen Frauen oder Ältere wächst die Diskriminierung über die Zeit, was zu mehr Fehlzeiten führt", erklärt Prof. Kunze. Die anonymen Daten von 2.711 Personen umfassten Einstiegsdaten, Teamzusammensetzung, Wechsel und Fehltage.
Im ersten Jahr bleiben Neuankömmlinge unauffällig. Danach steigen Fehltage bei Minderheiten steil an – nach Jahren bis auf acht Tage pro Jahr statt vier. "Ein signifikanter Unterschied", betonen die Forscher in der Academy of Management Journal.
(Mit Material von IANS)