Repräsentatives BildAm Arbeitsplatz begegnen wir unterschiedlichen Kollegentypen. Während manche ehrlich und engagiert arbeiten, erledigen andere nur das Nötigste und vergeuden Zeit mit Klatsch oder Untätigkeit. Besonders problematisch sind toxische Kollegen, deren Verhaltensweisen wie Täuschung oder unfairer Umgang mit anderen die Leistung und das Wohlbefinden des Teams beeinträchtigen.
Viele wundern sich, warum ihr unprofessionelles Verhalten oft von Vorgesetzten übersehen wird – und sie rasch aufsteigen. Eine aktuelle Studie der Universität Bonn gibt die Antwort: Soziale Kompetenz ist der entscheidende Faktor. Geleitet von Dr. Mareike Kholin, Bastian Kuckelhaus und Dr. Gerhard Blickle, definiert die Forschung toxische Persönlichkeiten als gierig, unbescheiden, unfair und wenig wahrheitsliebend.
Dr. Kholin erklärt: Sozial kompetente toxische Mitarbeiter werden von Chefs höher geschätzt, als fähiger eingestuft und schneller befördert. Sie knüpfen mühelos Kontakte, wirken charmant und zugänglich. "Soziale Kompetenz öffnet Türen und mindert Stress – kann aber auch täuschen oder Vertrauen missbrauchen", betont der Studienbericht. "Sie ist ein zweischneidiges Schwert", fasst Kholin zusammen.
Toxische Personen punkten in Tests niedrig bei Ehrlichkeit und Bescheidenheit. "Sie fokussieren sich egozentrisch, täuschen aber geschickt durch soziale Fähigkeiten", sagt Dr. Blickle.
Im Gegensatz dazu sind ehrliche, bescheidene Teammitglieder echte Bereicherung: fair, erfolgs teilend. Die Bonner Psychologen befragten 203 Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte in verschiedenen Teams.
Ergebnis: Toxische Züge werden durch soziale Kompetenz kaschiert und karrierefördernd. "Trick, Tarnung und Täuschung sind die Schattenseiten", warnt Kuckelhaus.
Um das zu bremsen, rät Prof. Blickle: Bei Einstellung und Bewertung Leistung priorisieren, nicht nur Eindruck. In Vertriebs- oder Führungsrollen prüfen: Fehlzeiten, Fluktuation, Kundenbindung.
(Mit Eingaben von ANI)