DeuAq.com >> Leben >  >> Arbeit

Noida-App bekämpft sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz – inklusive Strafen für falsche Vorwürfe

Noida-App bekämpft sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz – inklusive Strafen für falsche VorwürfeDie Noida-Behörde plant die Einführung einer zentralen Mobile-App zur Bearbeitung von Beschwerden über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Die App, die derzeit entwickelt wird, deckt alle Branchen und Ämter in der Stadt ab. Jede weibliche Mitarbeiterin kann anonym gemäß dem POSH-Gesetz von 2013 (Sexual Harassment of Women at Workplace – Prevention, Prohibition and Redressal Act) eine Beschwerde einreichen. Im Kontext der #MeToo-Bewegung hebt sich diese App von anderen indischen Systemen ab: Sie sieht strenge Strafen für falsche Anschuldigungen vor und schützt die Identität des Beschuldigten.

"Bei falschen Anzeigen erhält die Beschwerdeführerin dieselbe Strafe, die der Beschuldigte bei Schuldfeststellung erhalten würde."

Dieser app-basierte Ansatz ist nicht neu. Das indische Frauen- und Kinderentwicklungsministerium startete 2017 die App SheBox für anonyme Meldungen, zunächst im öffentlichen Sektor, später erweitert auf Privatfirmen. Allerdings fehlt dort ein Mechanismus gegen Missbrauch – falsche Beschwerden werden nur abgewiesen, Zivilklagen obliegen dem Beschuldigten. Die Noida-App geht weiter: Entwickler sorgen durch harte Sanktionen für Missbrauchsfreiheit. Swati De, Joint Managing Director von InterterraIT, dem Entwicklerunternehmen, erklärt: "Beschwerden gehen direkt an den Internal Complaints Committee (ICC) des Unternehmens. Fehlt ein ICC, wird der Fall an den Local Complaints Committee (LCC) weitergeleitet – mit einer Strafe von 50.000 ₹ für das Unternehmen. Bei Falschmeldungen droht der Beschwerdeführerin dieselbe Strafe wie dem Beschuldigten bei Schuld." Darüber hinaus bleiben Beschwerdeführerin und Beschuldigter anonym; Identitäten werden nur ICC, LCC oder Bezirksrichter bekannt.
"Firmennamen und Beteiligte bleiben vertraulich, um faire Bedingungen zu schaffen und Rufschäden bei falschen Vorwürfen zu vermeiden", betont Swati.

Gautam Budh Nagar District Magistrate BN Singh sieht in der Initiative eine Verbesserung der POSH-Umsetzung: "Bisher war die Durchsetzung mangelhaft. Mit Unterstützung von InterterraIT und Schulungen schaffen wir nun Stadtweites Bewusstsein." Swati, LCC-Mitglied, ergänzt: Bei schweren Fällen wie Vergewaltigung hilft das LCC bei der Polizeianzeige (FIR); kriminelle Fälle gehen an die Polizei, das LCC bearbeitet nur zivilrechtliche Belästigungen. Die App soll bis 15. August bereitstehen und enthält Analysen zu Beschwerden, Lösungen und Feedback.

Aktivisten und Experten loben den Schutz vor Falschvorwürfen. Shonee Kapoor, Anwalt für falsch Beschuldigte, sagt: "Ein positiver Schritt. Das POSH-Gesetz erlaubt Gegenklagen, schreckt aber nicht ab. Diese App institutionalisieren den Schutz der Rechtsheiligkeit. Falschvorwürfe diskreditieren echte Fälle – harte Strafen sind essenziell."

– Von Ashni Dhaor und Abhimanyu Mathur