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Stillen am Arbeitsplatz: Die großen Herausforderungen für berufstätige Mütter

Stillen am Arbeitsplatz: Die großen Herausforderungen für berufstätige MütterRepräsentatives BildPrakriti Chaudhury, eine 28-jährige Kommunikationsspezialistin, musste ihr 8 Monate altes Baby jeden Tag bei ihren Eltern lassen, bevor sie ins Büro ging. Der Abschied von ihrem verspielten Kleinen fiel ihr schwer, doch sie hatte keine Wahl. Ihr Büro bot keine Kinderkrippe für Mitarbeiterkinder – ein Konzept, das in Indien noch selten ist und nur von wenigen Organisationen umgesetzt wird. An Tagen, an denen ihre Eltern nicht verfügbar waren, versuchte Prakriti, das Kind mit ins Büro zu nehmen. Fehlende Stillräume oder ausreichende Privatsphäre zwangen sie jedoch, vorgepumpte Milch in Fläschchen zu verwenden. Nach einem traumatischen Vorfall, bei dem die Milch sauer wurde und das Baby schrie, musste sie sogar zu Hause bleiben.
Prakriti zählt zu Tausenden berufstätiger Mütter, die mit erheblichen Hürden beim Stillen am Arbeitsplatz kämpfen. Manche geben sogar ihren Job auf, weil der Arbeitsplatz den Bedürfnissen neuer Mütter nicht gerecht wird. Indien belegt derzeit Platz 78 in der World Breastfeeding Trends Initiative (WBTi) unter 97 Ländern. Nur 55 Prozent der Babys werden sechs Monate lang gestillt. Das Land strebt an, die Rate des exklusiven Stillens bis 2025 auf 69 Prozent zu steigern. Laut einem Bericht in Forbes India gelingt dies nur, wenn gesetzlich gegen die Barrieren für berufstätige Frauen vorgegangen wird.

Leider bestehen diese Stillbarrieren weiterhin. Eine Studie in der Zeitschrift Workplace Health & Safety zeigt: Trotz gesetzlicher Schutzmaßnahmen liegt die Hauptlast bei den Müttern, um Ressourcen einzufordern. Es mangelt an Qualität und Zugänglichkeit dieser Angebote aus Sicht der Betroffenen.
„Wir wissen, dass Stillen Mutter und Kind unzählige Vorteile bringt, und dass die Rückkehr an den Arbeitsplatz eine große Herausforderung für die Fortsetzung darstellt“, erklärt Hauptautorin Rachel McCardel von der University of Georgia (USA).

„Es gibt kollektive Erfahrungen, die wir besser verstehen und verbessern wollen“, ergänzt McCardel.

Die Studie analysierte die Stillunterstützung am Arbeitsplatz seit Einführung US-Bundesrichtlinien vor über einem Jahrzehnt: Arbeitgeber müssen unbezahlte Pausen und einen separaten Raum (keine Toilette) zum Abpumpen bereitstellen.

Für die Erhebung befragten die Forscherinnen Frauen aus verschiedenen Berufen zu ihrem Zugang zu Angeboten wie Privaträumen, Milchpumpen oder Stillberaterinnen sowie zur Vereinbarkeit von Stillen und Job.

Ergebnis: Fast 80 Prozent hatten einen privaten Pumpbereich, rund zwei Drittel Pausen zum Stillen. Ressourcen wie Beraterinnen oder Pumpen waren seltener verfügbar.

Viele Befragte erwarteten ohnehin wenig Unterstützung und kritisierten den Mangel an Information über vorhandene Angebote.

(Mit Beiträgen von IANS)