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Mobbing im Homeoffice: So meisterte Samara Schikane durch Kollegen aus der Ferne

Als Samara (Name geändert) das Team in ihrer Organisation wechselte, fiel ihr der Einstieg besonders schwer – vor allem im Homeoffice.

Ein älterer Kollege machte die neue Rolle zur Herausforderung: Er ließ sie von Besprechungen fern und schloss sie aus E-Mails aus, berichtet die 40-jährige Projektmanagerin aus Victoria.

„Es handelte sich um kleine, aber häufige Vorfälle, die sich zu Gaslighting und Mobbing aufsummierten“, erklärt sie.

„Beim Remote-Arbeiten fühlt man sich schnell ausgeschlossen und nicht mehr auf dem Laufenden. Ich geriet immer wieder ins Hintertreffen.“

Zudem verhielt sich eine Kollegin in Gruppen-Video-Calls freundlich, wurde in Einzelgesprächen jedoch aggressiv.

Mark Schmitt, Manager für psychische Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz, betont: Die Isolation des Homeoffices, verstärkt durch pandemiebedingte Belastungen, begünstigt Mobbing.

„Ohne persönliches Feedback und menschliche Verbindung verstehen wir nicht mehr, wie unsere Interaktionen wirken“, sagt er.

Wie zeigt sich Mobbing am Arbeitsplatz?

Laut Safe Work Australia ist Mobbing wiederholtes, unangemessenes Verhalten gegenüber Arbeitnehmern, das Gesundheitsrisiken birgt.

In Australien erlebten 2020–21 schätzungsweise 8,6 % der Beschäftigten Mobbing.

Eine US-Umfrage 2021 mit über 1.200 Teilnehmern ergab: 43 % wurden gemobbt – hauptsächlich via Videoanrufe und E-Mail.

Im Vereinigten Königreich berichteten 2020 10 % von Mobbing per E-Mail, Telefon oder Social Media.

Diana Kelly, außerordentliche Professorin an der University of Wollongong und Mobbing-Expertin, beschreibt typische Formen im Remote-Alltag: Ausschluss von Meetings, Verleumdung, unrealistische Fristen oder Zurückhalten von Infos, um zum Scheitern zu bringen.

Weitere Beispiele: Beleidigungen in Chats ohne Zeugen oder ständige Leistungs-Kritik.

„Hinter der Tastatur werden Mobber mutiger und bleiben leichter unter dem Radar“, sagt Dr. Kelly. Die Isolation des Opfers verstärkt den Schaden: „Das Zuhause, einst sicherer Hafen, wird zur Bedrohung.“

Herr Schmitt ergänzt: Ohne visuelles Feedback fehlt die Bremse. „Sie sehen nicht, wie ihr Kommentar ankommt – Schaden misst sich am Empfänger, nicht am Sender.“

So gehen Sie gegen Mobbing vor

Sprechen Sie den Mobber mit Unterstützung an – oder eskalieren Sie: Personalabteilung, Vorgesetzter, Kollegen. Holen Sie Rat bei Safe Work Australia oder Ihrer Gewerkschaft ein.

Dr. Kelly rät: „Machen Sie es öffentlich. Böses gedeiht im Dunkeln.“

Samara vertraute sich ihrem Vorgesetzten an, statt formal zu klagen. Ergebnis: Nie mehr alleiniges Meeting mit dem Kollegen.

Sie empfiehlt: Führen Sie ein Logbuch aller Vorfälle. „Ich hatte zu wenig Belege, um stark zu stehen.“

Zudem half ein Psychiater: „Es war nicht ich – der Kollege fühlte sich bedroht. Sprechen Sie mit einem Berater, vertrauen Sie Ihrem Instinkt: Fühlt es sich falsch an, ist es falsch.“