DeuAq.com >> Leben >  >> Arbeit

Akzenttraining in Australien: Vokale, Konsonanten und gesteigertes Selbstvertrauen

Larissa Braz Sousa sprach bereits fließend Englisch, als sie vor einigen Jahren für ihre Promotion im Bereich öffentliche Gesundheit nach Australien zog.

Trotzdem war es nicht ihre Muttersprache, und sie spürte, dass ihr Akzent die Gespräche mit anderen beeinträchtigte.

„In den ersten Monaten fiel es mir schwer, mich verständlich auszudrücken – ständig baten die Leute mich, Sätze zu wiederholen“, erinnert sie sich.

„Alle waren freundlich, niemand war je unhöflich wegen meines Akzents, aber es war wirklich anstrengend.

„Ich wusste nicht genau, ob es an der Aussprache lag, falscher Grammatik oder den falschen Wortwahlen.“

Larissa wuchs in Brasilien auf, wo sie als Naturwissenschaftslehrerin arbeitete. Ihre Muttersprache ist Portugiesisch.

„Die Art, wie wir Gesichtsmuskeln für Wörter einsetzen, unterscheidet sich grundlegend“, erklärt sie.

Hinzu kam, dass der Englischunterricht in Brasilien auf amerikanische Aussprache fokussierte.

Als sie sich in Adelaide niederließ, suchte Larissa professionelle Hilfe und absolvierte ein sechsmonatiges Training bei einer Logopädin.

„Ich wollte meinen starken Akzent mildern“, sagt sie. „Da ich in Australien lebe, sehnte ich mich danach, natürlicher ‚aussie“ zu klingen – mit typischen Wörtern und Ausdrücken.“

Akzenttraining in Australien: Vokale, Konsonanten und gesteigertes Selbstvertrauen

Jeder hat einen Akzent

Die Nachfrage nach Akzenttraining ist schwer zu quantifizieren, doch Online-Recherchen offenbaren ein breites Angebot: von YouTube-DIY-Videos bis zu professionellen Einzelstunden mit Spezialisten.

„Eine genaue Schätzung ist schwierig“, meint Duncan Markham, Linguist und Mitinhaber eines Sprachberatungsunternehmens in Melbourne mit Expertise im Akzenttraining.

„Australien ist seit Langem multikulturell, doch Zweitsprachler stoßen immer wieder auf Herausforderungen.“

Die Qualität variiert stark, ebenso die Begriffe, erklärt Dr. Markham.

„Früher sprach man von ‚Akzentreduzierung‘, ein kontroverser Terminus, da jeder einen Akzent hat. Besser passt ‚Akzentmodifikation‘ – genau das, was angestrebt wird.“

Laut der australischen Menschenrechtskommission ist Akzentdiskriminierung – ungerechte Behandlung wegen Akzent – illegal, besonders wenn sie mit Rasse oder ethnischer Herkunft verknüpft ist.

„Akzente klingen für mich wunderschön, und ich will sie keinesfalls tilgen“, betont Stephanie Mallen, Logopädin an der University of South Australia, die Larissa betreute.

„Meinen Klienten versichere ich zuerst: Das Training mindert weder kulturelle Wurzeln noch die Bindung zur eigenen Sprache.“

Akzenttraining in Australien: Vokale, Konsonanten und gesteigertes Selbstvertrauen

Teilnehmer und Trainer betonen einhellig: Niemand muss trainieren – es ist eine persönliche Entscheidung.

„Meine Klienten sind hochmotiviert“, sagt Dr. Mallen.

Sie betreute Personen aus Asien, dem Nahen Osten, Südamerika und Großbritannien.

In einem Fall half sie einem Mann mit starkem regionalem Akzent in der Industrie.

„Es war ein Sicherheitsrisiko: Kollegen verstanden ihn nicht.“

„Komisch, aber ich fühle mich wie eine Aussie“

Die Stimme ist hochpersönlich – nicht jeder teilt offen Änderungswünsche.

Motivationen sind vielfältig.

„Australisch klingen war nicht primär“, berichtet ein anonymer Student der University of Adelaide nach seinem Training.

„Ziel war, die Abschlusspräsentation zu meistern. Erfolgreich!“

Akzenttraining in Australien: Vokale, Konsonanten und gesteigertes Selbstvertrauen

Die Mandarin-Muttersprachlerin erlebte keine Diskriminierung, sondern wollte „lernen und wachsen“.

„Sprache als Werkzeug? Dann schärfen, um sie effektiver zu nutzen.“

Larissa wurde mit australischen Klängen vertrauter.

Anfangs standen Vokale, Konsonanten, Grammatik und Präpositionen im Fokus, später Slang.

„‚Fair dinkum‘ hörte ich erstmals im Training. Kurz darauf in Darwin!“, freut sich Larissa.

„Mate‘ ist mein Favorit – ich nutze es ständig.“

Akzenttraining in Australien: Vokale, Konsonanten und gesteigertes Selbstvertrauen

Nach dem Kurs fühlte sie sich australischer, blieb aber brasilianisch. Ihr Portugiesisch blieb unverändert.

„Meine Familie in Brasilien merkt nichts“, sagt sie.

„Es klingt seltsam, aber ich fühle mich ‚Aussie‘. Gespräche mit Freunden sind spontaner.

„Sprachen diskriminieren? Niemals.

„Aber Hilfe für bessere Aussprache, die das Leben erleichtert? Großartig!“